Eintrag 032 · Bestattungsvorsorge

Sterbegeldversicherung

Eine Versicherung, die die Bestattungskosten abdeckt.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung (auch Sterbeversicherung oder Bestattungsversicherung genannt) ist eine Versicherung, die bei Tod des Versicherten eine vereinbarte Geldsumme an die Begünstigten auszahlt. Diese Summe ist dafür gedacht, die Bestattungskosten zu decken. Es handelt sich um eine Lebensversicherung mit Todesfallleistung.

Funktionsweise

  1. Abschluss: Man schließt die Versicherung zu Lebzeiten ab und wählt die Versicherungssumme (typischerweise 3.000 bis 10.000 Euro)
  2. Beiträge: Man zahlt monatliche oder jährliche Beiträge bis zum Tod oder bis zur Beitragsfreistellung
  3. Auszahlung: Im Todesfall zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an die Begünstigten aus

Arten der Sterbegeldversicherung

Klassische Sterbegeldversicherung

Feste Versicherungssumme, feste Beiträge. Die Summe wird bei Tod unabhängig vom Alter ausgezahlt.

Sterbegeldversicherung mit Sparanteil

Ein Teil der Beiträge wird angespart. Die Auszahlung kann höher ausfallen als die vereinbarte Summe, wenn der Todesfall spät eintritt.

Sterbezahlung ohne Gesundheitsprüfung

Wird ohne Gesundheitsfragen angeboten. Dafür sind die Beiträge höher und oft gibt es eine Wartezeit (meist 2-3 Jahre), in der bei Tod nur die eingezahlten Beiträge zurückgezahlt werden.

💡 Gut zu wissen

Seit 2022 gibt es keine gesetzliche Sterbegeldzahlung mehr durch die Krankenkassen (früher ca. 1.000 Euro). Daher wird eine private Sterbegeldversicherung immer wichtiger, um die Bestattungskosten abzudecken.

Kosten und Beiträge

Die monatlichen Beiträge hängen vom Alter beim Abschluss, der Versicherungssumme und der Art der Versicherung ab:

Alter bei Abschluss Versicherungssumme Monatlicher Beitrag
30 Jahre 5.000 Euro ca. 10-15 Euro
50 Jahre 5.000 Euro ca. 18-25 Euro
70 Jahre 5.000 Euro ca. 35-50 Euro

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Finanzielle Sicherheit für die Angehörigen
  • Beiträge sind bezahlbar und planbar
  • Auszahlung ist erbschaftsteuerfrei
  • Guthaben ist Hartz-IV-sicher und unpfändbar
  • Oft ohne Gesundheitsprüfung erhältlich

Nachteile

  • Beiträge müssen laufend gezahlt werden
  • Bei frühem Tod können eingezahlte Beiträge unter der Auszahlung liegen
  • Nicht jede Versicherung ist seriös (Anbieter vergleichen!)
  • Kann nicht als Bestattungsverfügung verwendet werden (nur finanzielle Absicherung)
⚠ Empfehlung

Schließen Sie die Sterbegeldversicherung möglichst früh ab — je jünger man beim Abschluss ist, desto niedriger sind die lebenslangen Beiträge. Vergleichen Sie mindestens drei Anbieter.

Unterschied zum Vorsorgevertrag

Die Sterbegeldversicherung sichert nur die finanzielle Seite ab. Sie regelt nicht, wie die Bestattung ablaufen soll. Ein Bestattungsvorsorgevertrag beim Bestatter kombiniert die finanzielle Absicherung mit der Festlegung der Bestattungswünsche.

Vertieft und praktisch aufgebaut — der passende Ratgeber dazu: Vorsorge abschließen (bestattungsinfo24.de).

Häufige Fragen

Eine Sterbegeldversicherung (auch Bestattungs- oder Todesfallversicherung) zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe (typisch 3.000–10.000 €) an die Begünstigten aus. Sie ist eine kleine Lebensversicherung und dient dazu, die Bestattungskosten nicht den Angehörigen zu überlassen.

Weil die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. Januar 2022 kein Sterbegeld mehr zahlen — bis 2021 gab es ca. 1.000–1.500 €. Diese Lücke muss privat geschlossen werden, sonst bleiben die Kosten bei den Erben. Details zur abgeschafften Leistung: Sterbegeld.

Die Beiträge hängen von Alter bei Abschluss und Summe ab: für 5.000 € Summe ca. 10–15 €/Monat (mit 30), 18–25 € (mit 50), 35–50 € (mit 70). Wichtig: je früher der Abschluss, desto niedriger der Beitrag — oft lebenslang garantiert. Vergleich lohnt sich: Preisunterschiede von 50 % zwischen Anbietern sind üblich.

Bei den meisten Tarinen ja — Gesundheitsfragen zu schweren Erkrankungen. Es gibt aber auch Tarife ohne Gesundheitsprüfung; dafür sind sie teurer und haben oft eine Wartezeit von 2–3 Jahren, in der bei Tod nur die eingezahlten Beiträge zurückerstattet werden. Für chronisch Kranke sind diese Tarife oft die einzige Option.

Ja — Sterbegeldversicherungen sind wie Vorsorgeverträge Schonvermögen: Sie sind bei Bürgergeld unpfändbar und werden nicht angerechnet. Die Auszahlung im Todesfall ist zudem erbschaftsteuerfrei, wenn sie an den Ehegatten oder die Kinder geht.

Die meisten Verträge bieten eine Beitragsfreistellung: Die Versicherung bleibt mit reduzierter Summe bestehen, wenn man die Zahlung einstellt. Alternativ kann die Versicherung gekündigt werden — dann erhält man das gedeckelte Rückkaufswert zurück, was oft weniger ist als die eingezahlten Beiträge. Vor Abschluss sollte man auf faire Rückkaufswerte achten.

Vor allem für Menschen ohne ausreichendes Vermögen, die Angehörige nicht mit Bestattungskosten belasten wollen, und für alle, die eine planbare monatliche Belastung statt einer Einmalzahlung bevorzugen. Wer genug Erspartes hat, kann die Kosten auch selbst zurücklegen — dann entfällt der Versicherungsaufschlag. Eine Alternative mit Wunschmodell ist der Vorsorgevertrag.

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