Was ist eine Erdbestattung?
Die Erdbestattung ist die traditionellste und älteste Bestattungsform in Deutschland. Der Verstorbene wird in einem Sarg in ein Grab auf dem Friedhof beigesetzt. Das Grab erhält einen Grabstein oder eine Grabplatte mit Namen und Lebensdaten des Verstorbenen.
Bei der Erdbestattung unterscheidet man zwischen verschiedenen Grabarten, die sich in Dauer, Größe und Pflegeaufwand unterscheiden.
Ablauf einer Erdbestattung
- Aufbahrung: Der Verstorbene wird im Bestattungsinstitut aufgebahrt, wo Angehörige Abschied nehmen können.
- Trauerfeier: Die Feier findet in der Friedhofskapelle oder der Kirche statt. Ein Trauerredner oder Geistlicher leitet die Zeremonie.
- Beisetzung: Der Sarg wird zum Grab getragen und gesenkt. Nach einer letzten Ansprache wird das Grab geschlossen.
- Grabgestaltung: Nach der Beisetzung wird das Grab bepflanzt und ein Grabstein gesetzt.
Grabarten bei der Erdbestattung
Reihengrab
Ein Reihengrab wird direkt bei einem Todesfall zugewiesen und kann nicht vorbestellt werden. Die Grabstelle liegt in einer Reihe mit anderen Gräbern. Die Ruhezeit beträgt meist 15 bis 30 Jahre, je nach Friedhof.
Wahlgrab
Ein Wahlgrab kann man sich zu Lebzeiten oder beim Todesfall aussuchen. Es bietet die Möglichkeit, mehrere Familienmitglieder nacheinander oder nebeneinander beizusetzen. Wahlgräber können nach Ablauf der Ruhezeit verlängert werden.
Gemeinschaftsgrab
Eine kostengünstigere Variante, bei der mehrere Personen in einem gemeinsamen Grabfeld beigesetzt werden. Die Grabpflege wird vom Friedhof übernommen.
Kosten einer Erdbestattung
Die Kosten für eine Erdbestattung liegen in Deutschland durchschnittlich zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Dazu gehören:
- Sarg und Ausstattung: 800 bis 2.500 Euro
- Friedhofsgebühren (Grabstelle, Beisetzung): 1.000 bis 3.000 Euro
- Grabstein: 500 bis 3.000 Euro
- Trauerfeier (Raum, Redner, Musik): 300 bis 800 Euro
- Blumen und Dekoration: 100 bis 500 Euro
- Bestatterleistungen: 1.000 bis 2.500 Euro
Die Erdbestattung ist in Deutschland flächendeckend möglich, da jeder Friedhof Erdgräber anbietet. In ländlichen Regionen sind die Kosten tendenziell niedriger als in Großstädten.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Traditionelle, weithin akzeptierte Form
- Permanente Grabstätte als Ort der Erinnerung
- Möglichkeit der Familiengrabstätte
- Grabstein als persönliches Gedenkzeichen
Nachteile
- Höhere Kosten als bei Feuerbestattung
- Laufende Grabpflege nötig
- Grabstelle nach Ablauf der Ruhezeit nicht erhalten
- Mehr Platzbedarf als bei Urnengräbern
Ruhezeit
Die Ruhezeit eines Erdgrabes beträgt je nach Bundesland und Friedhof zwischen 15 und 30 Jahren. In dieser Zeit darf das Grab nicht neu belegt werden. Nach Ablauf kann die Grabstelle verlängert werden, wenn man ein Wahlgrab hat, oder sie wird an einen anderen Verstorbenen vergeben.
Welche Bestattungsformen es gibt, wie sie ablaufen und was sie kosten — die Erdbestattung im Überblick: bestattungsformen.de



