Eintrag 006 · Bestattungsarten

Diamantbestattung

Aus der Asche wird ein Diamant — ein bleibendes Andenken.

Was ist eine Diamantbestattung?

Die Diamantbestattung ist eine besonders besondere und persönliche Form der Erinnerung. Ein Teil der Asche des Verstorbenen wird unter hohem Druck und hoher Temperatur zu einem echten Diamanten umgewandelt. Dieser Diamant kann dann von den Angehörigen als Schmuck getragen werden.

Wie entsteht ein Bestattungsdiamant?

Der Prozess basiert auf der Tatsache, dass menschliche Asche einen bestimmten Kohlenstoffanteil enthält. Dieser Kohlenstoff wird extrahiert und unter Bedingungen, die der Naturentstehung von Diamanten nachempfunden sind, zu einem Diamanten gepresst:

  1. Extraktion des Kohlenstoffs: Aus der Asche wird der Kohlenstoff isoliert
  2. HPHT-Verfahren: Unter hohem Druck (High Pressure) und hoher Temperatur (High Temperature) wird der Kohlenstoff in die Diamantstruktur umgewandelt
  3. Schleifen: Der Rohdiamant wird nach den Wünschen der Angehörigen geschliffen
  4. Zertifizierung: Der fertige Diamant wird mit einem Echtheitszertifikat geliefert
💡 Gut zu wissen

Bestattungsdiamanten sind echte Diamanten mit denselben physikalischen und chemischen Eigenschaften wie natürliche Diamanten. Sie können in verschiedenen Größen (0,3 bis 1 Karat), Schliffformen (Brillant, Herz, Prinzessin) und Farben (farblos, blau, gelb) hergestellt werden.

Kosten

Die Diamantbestattung ist eine der teuersten Bestattungsformen. Die Preise beginnen bei etwa 2.500 Euro für einen kleinen Diamanten und können bis zu 15.000 Euro oder mehr betragen:

  • Feuerbestattung: 500 bis 1.000 Euro
  • Diamantherstellung (0,3 Karat): ab 2.500 Euro
  • Diamantherstellung (0,5 Karat): ab 4.000 Euro
  • Diamantherstellung (1,0 Karat): ab 7.000 Euro
  • Fassung (Ring, Anhänger): 300 bis 2.000 Euro

Ablauf

  1. Feuerbestattung: Einäscherung im Krematorium
  2. Asche-Transport: Ein Teil der Asche (ca. 100-200 Gramm) wird an den Diamant-Hersteller gesendet
  3. Diamantherstellung: Dauer ca. 4 bis 6 Monate
  4. Restbeisetzung: Die restliche Asche kann separat beigesetzt werden (z.B. anonym oder Seebestattung)
  5. Diamant-Übergabe: Der fertige Diamant wird den Angehörigen übergeben

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Permanentes, persönliches Andenken
  • Diamant ist tragbar und allzeit präsent
  • Echter Diamant mit Echtheitszertifikat
  • Verschiedene Designs und Größen möglich

Nachteile

  • Sehr teuer
  • Lange Wartezeit (Monate)
  • Nicht jeder empfindet es als angemessen
  • Nur ein Teil der Asche wird verwendet

Welche Bestattungsformen es gibt, wie sie ablaufen und was sie kosten — die Diamantbestattung im Überblick: bestattungsformen.de

Häufige Fragen

Bei der Diamantbestattung wird aus einem Teil der Asche des Verstorbenen unter hohem Druck und hoher Temperatur (HPHT-Verfahren) ein echter Diamant gezüchtet. Menschliche Asche enthält Kohlenstoff, den Diamant-Hersteller isoliert und in Wochen bis Monaten in Diamantstruktur umwandelt. Der Diamant kann als Ring oder Anhänger getragen werden — der Verstorbene bleibt in Form eines Erinnerungssteins präsent.

Ja — er besteht chemisch und physikalisch aus reinem Kohlenstoff in Diamantstruktur, identisch zu Naturdiamanten. Seriöse Anbieter liefern ein Echtheitszertifikat (z.B. vom Gemmologischen Institut), das Herkunft und Eigenschaften bestätigt. Der einzige Unterschied: Der Kohlenstoff stammt aus der Asche statt aus einem Bergwerk.

Für einen Diamanten werden etwa 100 bis 200 Gramm Asche benötigt (je nach gewünschter Größe). Die restliche Asche wird normal beigesetzt — z.B. anonym, im Urnengrab, als Seebestattung oder im Friedwald. Kombinationen wie 'Diamant + anonyme Beisetzung' sind üblich.

Der Diamant selbst kostet je nach Größe: 0,3 Karat ab ca. 2.500–3.500 €, 0,5 Karat ab ca. 4.000–5.000 €, 1,0 Karat ab ca. 7.000–9.000 €. Hinzu kommen Fassung (Ring/Anhänger: 300–2.000 €), Feuerbestattung (500–1.000 €) und die Beisetzung der Restasche. Gesamtkosten: oft 5.000–15.000 €.

Je nach Anbieter 4 bis 8 Monate — der Kohlenstoff muss extrahiert, gezüchtet und geschliffen werden. Einige Anbieter offerieren Express-Fertigung gegen Aufpreis. Die Restasche kann bereits vorher beigesetzt werden; der Diamant wird den Angehörigen nach Fertigstellung übergeben.

Bestattungsdiamanten gibt es in farblos, blau, gelb, rot-braun und grünlich — die Farbe entsteht durch Spurenelemente (Bor für Blau, Stickstoff für Gelb) und das Verfahren. Schliffformen: Brillant (klassisch), Herz, Prinzessin, Asscher u.a. Die Individualisierung macht jeden Diamanten einzigartig.

Wichtige Kriterien: zertifizierte Herkunft (nachvollziehbare Zuordnung Asche → Diamant, oft mit Chargen-Dokumentation), ein unabhängiges Echtheitszertifikat, transparente Preise und klare Verträge. Bekannte Anbieter mit Sitz in der Schweiz sind Algordanza und Memoria Diamant. Ein Bestatter kann Erfahrungen mit Herstellern vermitteln.

Jetzt einen Bestatter finden

Über 2.600 geprüfte Einträge — neutral und unabhängig.

Bestatter finden
← Vorheriger EintragLuftbestattung