Eintrag 054 · Bestattungsvorsorge

Die Vorsorgemappe — alle wichtigen Dokumente an einem Ort

Vorsorgemappe: Welche Dokumente und Informationen hineingehören, wie Angehörige im Ernstfall alles finden und wie die Mappe strukturiert, verwahrt und aktuell gehalten wird.

Ordnung als Letzte Liebesgabe

Wenn jemand stirbt, beginnen die Angehörigen meist mit einer Suche: Wo sind die Papiere? Welches Konto existiert? Wo ist der Versicherungsschein? Der Vorsorgeordner — oft auch Vorsorgemappe genannt — löst dieses Problem, bevor es entsteht. Er sammelt alle Dokumente und Informationen, die andere nach dem Tod oder im Ernstfall brauchen, an einem Ort. Was nüchtern klingt, ist in der Praxis eine der größten Entlastungen, die man seinen Angehörigen hinterlassen kann — und ein sinnvolles Projekt für jeden, der Vorsorge ernst nimmt.

Was hineingehört

  • Persönliche Daten: Vollständiger Name, Geburtsdatum, Ausweiskopien, Familienstand, Staatsangehörigkeit.
  • Vorsorgeschriftstücke: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Bestattungsverfügung — jeweils mit Datum und Fundort des Originals.
  • Finanzen: Konten, Depots, Kreditkarten, Versicherungen (Policen!), Verbindlichkeiten, Daueraufträge.
  • Verträge und Besitz: Mietvertrag, Immobilien, Grundbuchauszüge, Fahrzeugbrief, Mobilfunk, Streaming, Mitgliedschaften.
  • Nachlassregelung: Ort des Testaments, Hinweis auf notarielle Verwahrung oder eigenhändige Aufbewahrung, Erbvertrag.
  • Wichtige Kontakte: Bestatter, Hausarzt, Notar, Anwalt, Steuerberater, Bankberater, Vertrauenspersonen.
  • Digitale Welt: Zugänge, E-Mail-Adressen, Passwortmanager-Hinweise, Social-Media-Konten — Hinweise zur digitalen Welt gibt der Artikel zu Social Media und Tod.
  • Wünsche: Bestattungsart, Musik, Kleidung, Spenden statt Blumen, Grabgestaltung.

Struktur der Vorsorgemappe

RegisterInhalt
1. Mich selbstPersonalien, Familienstand, Vollmachten
2. Meine WünschePatientenverfügung, Bestattungsverfügung, Organspende
3. Mein VermögenKonten, Versicherungen, Immobilien, Verbindlichkeiten
4. Meine VerträgeMiete, Energie, Telefon, Abos, Mitgliedschaften
5. Meine KontakteÄrzte, Anwälte, Bestatter, Vertrauenspersonen
6. Nach meinem TodTestamentort, Nachlasswünsche, Erbvermerke

Praktische Regeln

Drei Regeln machen die Vorsorgemappe wirksam: Erstens — sie muss gefunden werden. Der Aufbewahrungsort gehört einer Vertrauensperson mitgeteilt; ideal ist ein Hinweis im Portemonnaie oder im Handy. Zweitens — sie muss stimmen. Veraltete Konten oder längst gekündigte Versicherungen verwirren mehr, als sie helfen; eine jährliche Aktualisierung — etwa am Geburtstag — ist ideal. Drittens — sie muss sicher sein. Passwörter gehören nicht im Klartext hinein; stattdessen genügt der Hinweis auf einen Passwortmanager mit Hinterlegung des Master-Schlüssels bei einer Vertrauensperson. Der Artikel zum Notfallordner zeigt, wie die wichtigsten Dokumente für den Notfall zusammengefasst werden.

Vorsorgemappe und Bestattungsvorsorge

Die Vorsorgemappe ergänzt die finanzielle und vertragliche Vorsorge: Wer einen Bestattungsvorsorgevertrag oder eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen hat, dokumentiert das darin — samt Ansprechpartner und Vertragsnummer. Auch die gewünschte Gestaltung der Trauerfeier und die gewählte Bestattungsform — Erdbestattung, Feuerbestattung oder Baumbestattung — gehören hinein. Die Vorsorgemappe ist damit das Scharnier zwischen allen Vorsorgeentscheidungen: Sie macht aus einzelnen Papieren einen Plan.

Der passende Ratgeber dazu: Bestattungsvorsorge bei bestattung.de

Bestattungsvorsorge Schritt für Schritt planen: der Vorsorge-Ratgeber

Häufige Fragen

Die Vorsorgeschriftstücke (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Bestattungsverfügung), eine Übersicht über Konten, Versicherungen und Verträge, der Aufbewahrungsort des Testaments, wichtige Kontakte und die Wünsche für Bestattung und Trauerfeier.

An einem sicheren, aber auffindbaren Ort — etwa einem gekennzeichneten Ordner im Schrank. Mindestens eine Vertrauensperson muss den Aufbewahrungsort kennen; ein Hinweis im Portemonnaie oder Handy hilft im Notfall.

Idealweise einmal pro Jahr — etwa zum Geburtstag — und zusätzlich bei jedem größeren Lebenswechsel: Umzug, Kontowechsel, neue Versicherungen, Änderung der Vertrauensperson.

Nicht im Klartext. Sinnvoller ist der Hinweis auf einen Passwortmanager samt Verwahrung des Master-Schlüssels bei einer Vertrauensperson — oder eine versiegelte Umschlaglösung. Wichtig ist allein, dass die digitalen Zugänge auffindbar sind.

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