Eintrag 041 · Bestattungsvorsorge

Patientenverfügung — Muster

Vorlagen und Musterformulierungen für die eigene Patientenverfügung.

Patientenverfügung — Muster und Vorlage

Eine Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Behandlungen Sie wünschen oder ablehnen, wenn Sie selbst nicht mehr entscheiden können (z.B. Demenz, Koma, Wachkoma). Seit 2023 ist sie im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert (§ 1827 BGB) und verpflichtend für Ärzte und Bevollmächtigte.

Kerninhalte einer Patientenverfügung

  1. Situationen: Sterbephase, unumkehrbarer Verlauf, Hirntod, dauerhafter Verlust der Einsichtsfähigkeit (z.B. fortgeschrittene Demenz)
  2. Wünsche: Welche Maßnahmen sind erwünscht? (Schmerztherapie, Grundpflege, menschenwürdige Begleitung)
  3. Ablehnungen: Welche Maßnahmen lehnen Sie ab? (Wiederbelebung, Beatmung, künstliche Ernährung, Dialyse, Antibiotika bei Sterbephase)
  4. Grenzen: Was soll in der aktiven Sterbephase geschehen (nur noch Schmerztherapie, Sterben zulassen)?
  5. Gültigkeit: Schriftform, Datum, Unterschrift; alle 2 Jahre bestätigen oder neu schreiben

Muster-Formulierungen (Kernpassagen)

Einleitung

Ich, [Name, geboren am Datum], bestimme hiermit für den Fall, dass ich mich in einer Situation befinde, in der ich meinen Willen nicht mehr äußern kann:

Behandlungswünsche

Ich wünsche in jeder Situation eine menschenwürdige Begleitung und eine wirksame Schmerz- und Symptomlinderung, auch wenn diese das Bewusstsein mindert oder das Leben verkürzt (palliative Versorgung).

Ablehnung

Wenn mein Sterbeprozess unumkehrbar begonnen hat, lehne ich lebensverlängernde Maßnahmen ab: Wiederbelebungsversuche, künstliche Beatmung, künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe, Dialyse, Operationen und Antibiotika.

Gültigkeitsbestätigung

Ich bestätige, dass diese Verfügung meinem aktuellen Willen entspricht. [Datum, Unterschrift — alle 2 Jahre erneuern]

Wo bekomme ich gute Muster?

  • Bundesministerium der Justiz: Offizielle Muster-Patientenverfügung (kostenlos online)
  • Zentrale Stellen: Ärztekammern, Verbraucherzentralen, Hospizvereine, Volkssolidarität
  • Notar: Individuelle Beratung und Beurkundung (teuer, aber sicher)

Achtung: Eigene Worte sind besser als Formulare — die verfügbaren Muster sind gute Gerüste, aber Ihre individuelle Situation verdient eigene Formulierungen.

Der passende Ratgeber dazu: Bestattungsvorsorge bei bestattung.de

Bestattungsvorsorge Schritt für Schritt planen: der Vorsorge-Ratgeber

Häufige Fragen

Das Bundesministerium der Justiz (bmj.de) bietet die offizielle Muster-Patientenverfügung kostenlos als PDF — häufig empfohlen auch von Ärztekammern und Hospizvereinen. Zusätzlich: Verbraucherzentralen (Broschüren gegen kleine Gebühr), Volkssolidarität (kostenlose Vorsorgemappen mit Vollmachten und Verfügungen). Die Muster sind rechtssichere Gerüste — individuelle Ergänzungen machen sie vollständig.

Nein — die Schriftform reicht: eigenhändig geschrieben oder unterschrieben, mit Datum. Eine notarielle Beurkundung erhöht die Nachweisbarkeit (für Ärzte und Gerichte), ist aber nicht Pflicht. Empfehlung: Datum regelmäßig erneuern (alle 2 Jahre), Unterschrift leserlich, und im Vorsorgeregister dokumentieren, dass es sie gibt.

An alle, die im Ernstfall entscheiden: Bevollmächtigter der Vorsorgevollmacht (Kopie!), Hausarzt (Kopie für die Patientenakte), engste Angehörige, und Hinweis im Notfallordner. Zusätzlich: Registrierung im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer — so finden Kliniken die Verfügung im Notfall. Original gut aufbewahrt, Kopien verteilen.

Jetzt einen Bestatter finden

Über 2.600 geprüfte Einträge — neutral und unabhängig.

Bestatter finden
← Vorheriger EintragDer Notfallordner