Eintrag 371 · Gräber & Friedhof

Das Krematorium

Einblick in das Krematorium — Ablauf, Technik, Kosten.

Was ist ein Krematorium?

Ein Krematorium (auch Einäscherungsinstitut oder Feuerbestattungsanlage) ist die technische Anlage zur Einäscherung Verstorbener. Nach der zweiten Leichenschau und der Kremationsgenehmigung wird der Sarg mit dem Verstorbenen dort feierlich eingeäschert; die Asche wird anschließend in die Urne gefüllt und für die Beisetzung vorbereitet.

Der rechtliche Rahmen

Die Feuerbestattung ist in Deutschland streng reguliert:

  • Zweite Leichenschau: Vor jeder Einäscherung führt ein Amtsarzt oder beauftragter Arzt eine unabhängige zweite Leichenschau durch — sie soll nicht-natürliche Todesfälle (Straftaten) endgültig ausschließen
  • Kremationsgenehmigung: Das Gesundheitsamt erteilt sie nach Prüfung aller Unterlagen je nach Land
  • Eindeutige Kennzeichnung: Jede Einäscherung wird mit einer nicht manipulierbaren Kremationsnummer (Feuerbestattungsmarke aus Schamott) begleitet, die mit der Urne verbleibt
  • Dokumentationspflicht: Krematorien führen Kremationsbücher mit allen Angaben

Der Einäscherungs-Ablauf

  1. Anlieferung: Der Verstorbende im Sarg wird übernommen und identifiziert
  2. Zwischenlagerung: Kühlraum bis zum Einäscherungstermin
  3. Abschiedsmöglichkeit: Manche Krematorien bieten eine kurze Abschiedszeremonie an der Einäscherungskammer an
  4. Einäscherung: Der Sarg wird in die Kammer überführt; die Kremation dauert je nach Verfahren 60–150 Minuten bei 800–1.100 °C
  5. Abkühlung und Aufbereitung: Die Asche (Kremationsreste) wird abgekühlt und von Metallteilen (Schrittmacherreste, Implantate) getrennt
  6. Urnenbefüllung: Die Asche wird in die gewählte Urne gefüllt, versiegelt und mit der Kremationsnummer dokumentiert
  7. Übergabe an den Bestatter mit Kremationsbescheinigung

Vertiefung: Der Einäscherungs-Ablauf Schritt für Schritt

Kosten des Krematoriums

  • Kremationsgebühr: 400–800 € (je nach Bundesland und Krematorium)
  • Inklusive: zweite Leichenschau-Dokumentation, Einäscherung, Urnen-Grundbehältnis (Schamott-Urne für die Beisetzung)
  • Die wahlweise Schmuckurne (100–800 €) kommt separat über den Bestatter

Umweltaspekt

Moderne Krematorien arbeiten mit Filter- und Rauchgasreinigungsanlagen (Staubfilter, Aktivkohle, Dioxinfilter). Quecksilber-Emissionen aus Zahnfüllungen werden in modernen Anlagen zurückgehalten. Die deutsche Krematoriums-Technik gilt weltweit als Referenz.

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Häufige Fragen

In vielen Krematorien ja — als kurze Abschiedszeremonie an der Einäscherungskammer: Die Angehörigen begleiten den Sarg bis zur Kammer, ein Wortgottesdienst oder stiller Abschied ist möglich. Fragen Sie den Bestatter danach; nicht jedes Krematorium bietet das. Für viele Angehörige ist dieser Moment ein sinnvoller Abschluss zwischen Trauerfeier und Urnenbeisetzung.

Mehrere Sicherheitsstufen: Vor der Kremation wird der Verstorbende identifiziert und dokumentiert. In den Sarg wird eine Feuerbestattungsmarke (Keramiknummer) gelegt, die die Einäscherung übersteht und mit der Asche verbleibt. Die Kremation erfolgt stets einzeln — Sammelkremationen sind in Deutschland verboten. Urne, Kremationsbuch und Bescheinigung tragen dieselbe Nummer. Verwechslungen sind praktisch ausgeschlossen.

Schrittmacher und Defibrillatoren müssen vor der Einäscherung entfernt werden (Explosionsgefahr) — das übernimmt der Bestatter oder das Krematorium dokumentiert die Entfernung. Metallimplantate (Hüftgelenke, Platten, Schrauben) überstehen die Kremation und werden vor der Urnenbefüllung mit Magneten oder Sieben entnommen. Sie werden fachgerecht entsorgt oder dem Recycling zugeführt.

800–1.100 °C in der Hauptkammer. Die Kremation dauert je nach Verfahren und Körpergewicht 60–150 Minuten. Moderne Anlagen arbeiten computergesteuert mit Frischluftregelung, damit die Verbrennung vollständig und effizient verläuft. Nach der Kremation bleiben 2–3,5 kg Kremationsreste, die zur Asche aufbereitet werden.

Die Übergabe der Urne erfolgt an den Bestatter, nicht direkt an die Familie. Eine symbolische Asche-Übergabe oder Teil-Asche in Schmuck (z.B. bei Diamantbestattung) ist über zertifizierte Anbieter möglich — in Deutschland muss die Hauptasche aber auf dem Friedhof bzw. als genehmigte Bestattung beigesetzt werden. Das Mitnehmen ganzer Urnen nach Hause ist illegal.

Die Kremationsgebühr beträgt 400–800 € — inkl. Verwaltung, Kremation und Schamott-Urne. Hinzu kommen Sarg für die Einäscherung (300–800 €), zweite Leichenschau (ärztliche Gebühr je nach Land 30–100 €), Überführung und die Schmuckurne (100–500 €). Gesamtkosten der Feuerbestattung: Bestattungskosten im Überblick.

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