Eintrag 333 · Ablauf einer Bestattung

Notarzt beim Todesfall

112 rufen oder nicht? Was der Notarzt beim Tod macht — Wiederbelebung, Todesfeststellung, polizeiliche Meldung.

Der Notarzt beim Todesfall

Wenn ein Mensch unerwartet stirbt oder tot aufgefunden wird, ist die 112 die erste Nummer: Der Notarzt prueft, ob eine Wiederbelebung moeglich ist — und stellt sonst den Tod fest. Der Anruf ist immer richtig, wenn Zweifel bestehen.

Was der Notarzt macht

  1. Wiederbelebung pruefen: Bei reanimationspflichtigen Situationen beginnt das Notfallteam sofort mit Herzdruckmassage, Beatmung, Defibrillation
  2. Tod feststellen: Ohne Erfolgsaussicht (fortgeschrittene Sterbephase, erkennbarer Tod) stellt der Arzt den Tod klinisch fest: Pupillen, Atmung, Kreislauf, Reflexe
  3. Todesbescheinigung ausstellen: Der Notarzt dokumentiert Todeszeitpunkt und Todesart (natürlich/nicht-natürlich/unklar)
  4. Polizei informieren: Bei nicht-natuerlichem oder unklarem Tod (Unfall, Suizid, Gewalt, unerwarteter junger Tod) — die Ermittlungen laufen (Details: Polizei beim Todesfall)

Wann die Wiederbelebung endet

Die Notfallmedizin unterscheidet: erhoffte Rettung (Herzinfarkt, Ertrinken — volle Reanimation) und erkennbares Sterben (fortgeschrittene Erkrankung, Patientenverfügung, palliative Situation — dann keine oder nur kurz begonnene Massnahmen). Eine Patientenverfügung mit 'keine Wiederbelebung' wird vom Notarzt respektiert, wenn sie vorliegt und eindeutig ist.

Für Angehörige nach dem Notarzteinsatz

  • Fragen stellen: Was ist passiert? Welche Ursache? Was passiert jetzt?
  • Zeit beim Verstorbenen — der Notarzt raeumt Raum für Abschied (bei polizeilichen Verfahren eingeschraenkt)
  • Bestatter rufen — wenn die Familie bereit ist; keine Eile, der Notarzt dokumentiert alles
  • Dokumente sammeln: Totenschein (vom Notarzt/Arzt), Ausweis und Versichertenkarte des Verstorbenen für die Folgeschritte

Kosten

Der Notarzt-Einsatz kostet 200-500 € (je nach Bundesland und Massnahmen) — bei Krankenversichernen uebernimmt die Krankenkasse den medizinischen Teil; die Todesfeststellung kann separat abgerechnet werden (30-100 €, Detail: Todesbescheinigung).

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet: die ersten Schritte im Überblick

Der Todesfall als praktische Anleitung, Schritt für Schritt: die Todesfall-Checkliste

Häufige Fragen

Bei erwartetem Tod einer begleiteten Erkrankung genuegt der Hausarzt oder palliative Dienst. Bei jedem unerwarteten Tod (kein Arzt uebernimmt, Ursache unklar, Situation ungewiss): 112 — der Notarzt stellt den Tod rechtssicher fest und prueft die Todesart. Im Zweifel immer rufen: Lieber ein Einsatz zu viel als ein unklarer Zustand.

Ja — eine vorliegende, eindeutige Patientenverfuegung ('keine Wiederbelebung bei unumkehrbarem Sterben') wird beachtet: Der Notarzt bricht dann reine Sterbebegleitung-Massnahmen ab. Problem: Verfuegungen sind im Notfall frequently nicht greifbar. Deshalb: Verfuegung im Notfallordner an bekannten Stellen aufbewahren, Angehoerige informieren, Veto-Hinweis an der Wohnungstuer/Kuehlschrank deponieren.

Ja — die klinische Leichenschau (Pupillen, Atmung, Reflexe, ggf. EKG-Zeile) durch einen Arzt genuegt fuer die Todesfeststellung. Hirntod (fuer Organspenden) braucht das erweiterte Protokoll zweier erfahrener Aerzte (Details: Hirntod). Bei nicht-natuerlichen Todesumstaenden folgt immer die polizeiliche/staatsanwaltliche Untersuchung mit Obduktion.

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