Eintrag 010 · Bestattungsarten

Promession

Die ökologische Alternative: Flüssigstickstoff statt Feuer — in Deutschland noch nicht verfügbar.

Was ist Promession?

Die Promession ist eine ökologische Alternative zur Feuer- und Erdbestattung: Der Körper wird mit flüssigem Stickstoff auf ca. -196 °C tiefgekühlt, durch Vibration zerkleinert, getrocknet und dann — als feines organischen Pulver — in der Erde beigesetzt. Entwickelt von der schwedischen Biologin Susanne Wiigh-Masak.

Der Ablauf

  1. Tiefkühlung: Körper wird in flüssigem Stickstoff auf -196 °C gebracht (wasserfrei gefroren)
  2. Zerkleinerung: Durch Vibration zerfällt der gefrorene Körper in ein feines Pulver
  3. Trocknung: Wasserdampf wird entzogen (Vakuum)
  4. Metalltrennung: Implantate, Zahnfüllungen werden entfernt (wie bei Kremation)
  5. Beisetzung: Das organische Pulver wird in einem biologisch abbaubaren Behältnis in der Erde beigesetzt — es kompostiert vollständig und wird Teil des Bodens

Vorteile (theoretisch)

  • Vollständig ökologisch: Kein CO2-Ausstoß wie bei der Kremation, keine Quecksilber-Emissionen
  • Schnelle Verwesung: Das Pulver zersetzt sich innerhalb von Wochen
  • Kein Bodenverbrauch: Weniger Platz als Erdgräber
  • Ressourcenschonend: Weniger Energie als Kremation

Stand der Umsetzung

In Deutschland nicht verfügbar — und weltweit bislang nicht im regulären Betrieb: Die Technik wurde jahrelang in Schweden und Südkorea erprobt, aber keine Anlage hat den dauerhaften Praxisbetrieb erreicht. Rechtliche Anerkennung als Bestattungsform fehlt in fast allen Ländern (einschließlich Deutschland). Ob die Promession je Realität wird, ist offen — sie bleibt ein interessantes Konzept der ökologischen Debatte.

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Häufige Fragen

Nein — die Promession ist in Deutschland nicht verfügbar und nicht als Bestattungsform anerkannt. Der Friedhofszwang kennt Erd- und Feuerbestattung; die Promession müsste gesetzlich neu geregelt werden. Weltweit gibt es bislang keine dauerhaft betriebene Promessions-Anlage — das Verfahren bleibt ein Konzept.

Theoretisch ja: keine CO2-Emissionen (eine Kremation setzt ca. 160 kg CO2 frei), keine Quecksilber-Belastung, geringerer Energieaufwand. ABER: Da keine Anlage im Praxisbetrieb ist, sind die realen Umweltbilanzen unklar (Herstellung und Transport des Stickstoffs!). Praktisch ökologischste legale Wahl in Deutschland: Baumbestattung im Friedwald.

Mehrere Gründe: 1. Technik-Skalierung — die Umsetzung von Labor in Dauerbetrieb ist schwieriger als gedacht (Investoren sind gescheitert), 2. Recht — Bestattungsgesetze müssen geändert werden, 3. Kultur — Feuer- und Erdbestattung sind etabliert und akzeptiert. Das Konzept bleibt in der Diskussion — als eine mögliche Zukunft der Bestattung.

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