Eintrag 604 · Bestatter & Branchen

Bestatter werden — Ausbildung, Weiterbildung, Studium

Bestatter werden: Wege in den Beruf über die Bestatterausbildung, Weiterbildungen zum Meister und Thanatopraktiker sowie Studium in Deutschland.

Wege in einen besonderen Beruf

Bestatter war lange ein Beruf, den man 'durch Einheirat oder Erbe' erlernte — Wissen wurde über Generationen weitergegeben. Seit 2019 gibt es einen offiziellen, staatlich geregelten Weg: die dreijährige Ausbildung zum Bestatter in Deutschland. Wer den Beruf ergreifen will, hat heute mehrere Möglichkeiten.

Die reguläre Ausbildung

Die Ausbildung zum Bestatter ist anerkannt und verbindlich geregelt: drei Jahre im dualen System — Betrieb und Berufsschule (in Baden-Württemberg) oder über Betriebslehrgänge mit überbetrieblichen Seminaren. Die Inhalte reichen von der hygienischen Totenversorgung über Bestattungsrecht und -kunde bis zu Trauerbegleitung und Betriebswirtschaft.

Weiterbildungen und Spezialqualifikationen

  • Bestattermeister: Weiterbildung zur Führungsposition — Voraussetzung oft für die Selbständigkeit; regelt die Handwerksordnung.
  • Thanatopraktiker: Spezialisierung auf die vorübergehende Konservierung von Verstorbenen — siehe Thanatopraxie.
  • Trauerbegleiter: Qualifizierung für die Begleitung von Angehörigen — verwandt mit der Trauerbegleitung.
  • Fachwirt und Studium: Manche Hochschulen bieten Studiengänge in Bestattungsmanagement an — für Leitungsaufgaben und Konzerne.

Was die Ausbildung verlangt

Anforderung Warum wichtig
Psychische StabilitätArbeit mit Verstorbenen und trauernden Angehörigen
EinfühlungsvermögenBeratung in extremen Ausnahmesituationen
Handwerkliches GeschickTotenversorgung, Sarg- und Urnenauswahl, Dekorationsarbeiten
OrganisationstalentTerminketten mit Behörden, Friedhof, Krematorium und Kirche
Körperliche BelastbarkeitBergungen, Überführungen, Bereitschaftsdienste

Voraussetzungen und Zugang

Die meisten Betriebe erwarten einen Hauptschulabschluss, viele einen mittleren Abschluss. Wichtiger als Noten sind Haltung und Persönlichkeit; Praktika vor der Bewerbung sind der beste Einstieg — viele Bestattungshäuser bieten Schnupperpraktika an, in denen Bewerber testen können, ob die Arbeit mit Verstorbenen zu ihnen passt.

Ausblick und Verbandsempfehlungen

Der Beruf professionalisiert sich weiter: Qualitätsstandards, Hygieneschulungen und Datenschutz (etwa bei digitalen Abläufen, siehe Digitalisierung in der Bestattung) gewinnen an Bedeutung. Die Bestatterverbände begleiten die Entwicklung mit Fortbildungen und Zertifizierungen. Was den Alltag ausmacht, beschreibt der Artikel Was macht ein Bestatter?; wie man den richtigen Betrieb findet, der Artikel Bestatter finden.

Bestatter, Anbieter und Leistungen finden Sie auf das Bestatter-Verzeichnis

Vom Beruf zur Auswahl — Bestatter vergleichen: der Bestatter-Ratgeber

Häufige Fragen

Die staatlich geregelte Ausbildung dauert drei Jahre und verläuft dual: im Bestattungsbetrieb und in der Berufsschule beziehungsweise in überbetrieblichen Seminaren. Inhalte sind Totenversorgung, Bestattungsrecht, Trauerbegleitung und Betriebswirtschaft.

Meist genügt der Hauptschulabschluss, viele Betriebe wünschen einen mittleren Abschluss. Entscheidender sind Persönlichkeit und Eignung — ein Praktikum vor der Bewerbung hilft, die eigene Passung zum Beruf zu testen.

Der Zugang über Quereinstieg und elterlichen Betrieb ist in der Praxis noch verbreitet, die reguläre Ausbildung ist aber der anerkannte Weg und wird von den Verbänden ausdrücklich empfohlen. Für Führungspositionen und die Selbständigkeit ist die Weiterbildung zum Bestattermeister ratsam.

Die Vergütung liegt im mittleren Bereich: Azubis nach Tarif, Gesellen und Bestatter je nach Region und Betrieb im unteren bis mittleren Gehaltssegment, Bestattermeister und Inhaber darüber. Viele Betriebe zahlen zusätzlich Bereitschafts- und Notdienstzulagen.

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